Digitale Transformation

Digitale Transformation

Das Thema Digitale Transformation verändert unsere Gesellschaft massiv. Ganze Branchen werden verschwinden. Vormals erfolgreiche Geschäftsmodelle zerplatzen wie Seifenblasen. Bislang hoch gefragte Know-How Träger werden nicht mehr gebraucht. Arbeitsplätze werden verschwinden, genauso wie ganze Unternehmen, Märkte und Produkte.

Gleichzeitig entstehen durch die digitale Transformation nahezu aus dem Nichts neue Chancen und Möglichkeiten. Neue Geschäftsmodelle, neue Märkte, neue Produkte und auch neue Arbeitsplätze. Der größte Einzelhändler der Welt hat keinen Quardratmeter Verkaufsfläche. Das größte Taxiunternehmen der Welt kein einziges Auto. Und der größte Übernachtungsanbieter kein einziges Hotelbett.

Aber das sind nur die Leuchttürme im Meer der neu entstandenen Geschäftsmodelle. Neue Geschäftsmodelle entstehen auch in tradierten Unternehmen. Vertriebs- Produktions- und Lieferwege verändern sich. Produkte werden individuell und Vergütungsarten werden zunehmend an der tatsächlichen Nutzung orientiert.

Treibende Kraft

Die treibende Kraft hinter all dem ist kein anderer als wir selbst. Der Verbraucher bestimmt deutlicher und drängender als je zuvor, welche Produkte und Dienstleistungen ein Unternehmen am Markt anbieten muss. Und er gibt auch die Wege vor, auf denen dies zu geschehen hat.

Dabei gibt es drei Triebfedern, die Unternehmen dazu bringen, sich mit dem Thema Digitale Transformation zu beschäftigen.

Operativ

Der zunächst naheliegendste Grund zur digitalen Transformation liegt im operativen Geschäft eines jeden Unternehmens. Kosten- und Zeiteinsparungen verbunden mit einer gleichzeitigen Produktivitätssteigerung sind Anreize, auf die jede Vorstands- bzw. Geschäftsleitungsetage gerne anspricht.

Und tatsächlich liegen in diesem Bereich auch viele, teilweise sogar unmittelbar kurzfristig zu realisierende Chancen. Dennoch ist der operative Effekt der digitalen Transformation nur die – wenn auch leuchtende – Spitze des Eisbergs.

Zielgruppe

Die mächtigste Kraft, welche die digitale Transformation in Unternehmen vorantreibt, ist die Zielgruppe. Selbst langfristig bestehende und gut erschlossene Zielgruppen fordern im Zuge der digitalen Information mehr und mehr neue Wege, um mit ihren Lieferanten zu kommunizieren, Produkte zu erwerben oder diese zu nutzen. Hierbei möchte sich die Zielgruppe nicht an den Vorstellungen des Anbieters orientieren müssen. Sie erwartet vielmehr, dass der gesamte Geschäftsprozess individuell auf die eigenen Vorstellungen und Bedürfnisse zugeschnitten werden kann. Unternehmen, die den Bedürfnissen und Wünschen Ihrer Zielgruppe nicht nachkommen, sind diese schneller los, viel schneller als bisher im Rahmen der normalen Innovation gewohnt.

Gleichzeitig besteht aber auch die große Chance, neue Zielgruppen zu erreichen. Zielgruppen, die bislang von Unternehmen nicht, oder nur sehr schwer zu erreichen waren. Die digitale Transformation ermöglicht es Unternehmen, neue Zielgruppen mit auf diese maßgeschneidert zugeschnittenen Produkten zu versorgen. Und das auf jeweils den Wegen, die diese Zielgruppe für ihr individuelles Kauferlebnis bevorzugt.

Operativ

Die dritte, ggf. nachhaltigste, aber gleichzeitig auch am schwersten zu erschließende Kraft ist das Produkt selbst. Die digitale Transformation ermöglicht eine Vielzahl von neuen Geschäftsmodellen und Produkten. Dabei muss es nicht gleich ein neues WhatsApp oder ein zweites Amazon sein. Ein Unternehmen muss sich nicht zwingend immer gleich neu erfinden. Kleine Veränderungen an bestehenden Produkten und Dienstleistungen können ganz neue Produkte erschaffen oder neue Absatzwege erschließen und somit die Wettbewerbsfähigkeit auch im angestammten Markt sichern.

Wichtig hierfür ist jedoch, die Zusammenhänge zwischen Produkten, Absatzwegen, Zielgruppen und der beteiligen Technik zu kennen. Gleichzeitig bedarf es eines guten Marktüberblicks über die technischen Möglichkeiten der digitalen Transformation.

Nur wer diese Informationen detailliert besitzt, wird in der Lage sein, Innovationen der digitalen Transformation für sich zu bewerten und produktiv einzusetzen.

Technische Herausforderungen

Eine neue Idee kann noch so erfolgsversprechend sein, sie bedarf zur erfolgreichen Umsetzung jedoch immer eine stabile und belastbare technische Basis. Ohne diese Basis können Ideen entweder gar nicht realisiert werden, oder aber – und das ist im Zweifel noch schlimmer – sie können am Kunden nicht mit einer kontinuierlich hohen und verlässlichen Qualität überzeugen.

Ein erfolgreiches Projekt der digitalen Transformation gründet auf drei Säulen:

Schnittstellen

Orientiert am Begriff Industrie 4.0 denken wir an dieser Stelle zunächst an Maschinen, die über IP angesprochen werden können, um vielfältige Daten zu erhalten. Sensordaten genauso wie allgemeine Daten zu Einstellungen, Auslastung, Energieverbrauch usw.

Natürlich ist dieser Denkansatz richtig, aber er greift, genauso wie der Name Industrie 4.0, noch viel zu kurz.

Schnittstellen gibt es überall. Nicht nur in Maschinen, auch in Softwareprogrammen, in Organisationsprozessen, Ablaufplänen, Benutzerinterfaces uvm.

Das Thema Schnittstellen ist vielfältig, da diese zahlreich vorhanden sind und jedes neue Gerät – zumindest in der professionellen  Anwendung – solche zu bieten hat. Insofern ist die Versorgung mit entsprechenden Schnittstellen nicht der begrenzende Faktor der digitalen Transformation, sondern vielmehr der Umgang mit den hieraus gewonnen Daten. Was uns zur zweiten technischen Säule der digitalen Transformation führt: Den Massendaten.

Massendaten

Vor Beginn des Informationszeitalters war das Gewinnen von Information ein aufwendiger, zeitraubender und zuweilen gefährlicher Prozess. Die Auswertung und Bewertung der gewonnen Information verursachte dabei nur noch einen vergleichbar kleinen Aufwand.

Heute ist dieser Prozess gänzlich umgekehrt. Informationen stehen in überwältigender Anzahl und vergleichbar guter Qualität zur Verfügung.

Die große Herausforderung, vor der wir heute im Rahmen der digitalen Transformation stehen ist es, diese Informationen auszuwerten und aus ihnen nützliche Schlüsse zu ziehen bzw. aus diesen automatisierte Handlungen zu inizieren.

So sollte bspw. der Klick auf den Bestellbutton einer Webseite nicht nur den gewohnten Bestellprozess auslösen, sondern idealerweise die gesamte Wertschöpfungskette, von der Materialbestellung, über die Produktion, Disposition, Kommissionierung, Versand und Berechnung automatisiert abbilden.

Hierzu bedarf es Schnittstellen, aber vor allem intelligenter Software, die automatisiert die angeschlossenen Systeme und Prozesse steuern kann.

Ganze Geschäftsprozesse werden so im Idealfall digital und laufen ohne Medienbrüche in Echtzeit automatisiert und ausfallsicher ab. Ist das so? Wohl kaum, wenn das Unternehmen nicht gleichzeitig die dritte – und wahrscheinlich wichtigste – Säule der digitalen Transformation ebenfalls in seine Überlegungen einbezieht: Die Infratruktur.

Infrastruktur

Durch die digitale Transformation werden unsere Prozesse digital. Durchgehend. Ganze Produktionsstätten werden digital und arbeiten als Verbund mit ERP, CRM und anderen Softwareanwendungen. Maschinen produzieren nicht mehr in Erwartung eines möglichen Abnehmers auf Lager, sondern auf unmittelbare Veranlassung eben dieses Abnehmers. Gleichzeitig mit einer Bestellung wird eine Materialbeschaffung initiiert, ggf. eine Mitarbeiterdisposition vorgenommen und ein Logistikprozess ausgelöst und gesteuert. Alles hängt mit allem zusammen und kommuniziert miteinander.

Durch die digitale Transformation findet die Wertschöpfung eines Unternehmens zunehmend auf seiner digitalen Infrastruktur statt. Kann eine Webseite nicht mit dem ERP System kommunizieren oder erhält ein Maschine keine Steuerbefehle mehr von einer zentralen Stelle, gerät der Wertschöpfungsprozess nicht mehr wie früher gewohnt nur ins Stocken. Der Wertschöpfungsprozess kommt im Zweifel unmittelbar zum Erliegen.

Der Einfluss der IT Infrastruktur eines Unternehmens auf dessen Fähigkeit, den Aufgaben der digitalen Transformation nachhaltig zu begegnen, wird vielfach unterschätzt.

Die IT Infrastruktur wird als vorhanden angesehen, ohne zu berücksichtigen, dass sie in der Regel ursprünglich für ganz andere Anwendungsszenarien ausgelegt wurde. Stützen sich wesentliche Teile der Wertschöpfungskette vollständig auf die IT Infrastruktur eines Unternehmens, muss diese so ausgelegt werden, dass sie auch unwahrscheinlich erscheinenden Vorfällen gewachsen ist. Die IT Infrastruktur ist somit das Rückgrat aller Überlegungen im Rahmen der digitalen Transformation.

Kleine Schritte führen zum Ziel

Digitale Transformation reduziert sich nicht auf maximal komplexen Szenarien wie die Schaffung von automatisierten Produktionsstätten oder der vollständigen Automatisierung von Geschäftsprozessen.

Digitale Transformation beginnt im Kleinen. Zum Beispiel in der einfachen Verbindung einer CRM Lösung – und sei es nicht mal das, sondern „nur“ der Verbindung von Outlook u.ä. – mit der Kommunikationsinfrastruktur.

Mit der Möglichkeit mit Mitarbeitern, Lieferanten und Kunden in vielfältiger Weise verlässlich zu kommunizieren.

  • Über Telefon
  • Internet
  • die Webseite
  • per Chat
  • per App
  • per Video
  • im Dokumenten- oder Applikationsharing
  • usw.

Voll integriert in eine einzige Plattform. Ohne Medienbrüche. Eingebunden in ein Kommunikationskonzept, ggf. eine Callcenter Infrastruktur. Das alles ist auch digitale Transformation und eröffnet Unternehmen ganz neue Möglichkeiten zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit.

Fangen Sie daher mit kleinen Schritten an und gehen Sie nach und nach Ihren individuellen Weg in die Digitale Transformation. Die Wege sind vielschichtig. Beschritten werden müssen sie dennoch.

Der Autor berät seit 1997 Unternehmen aller Branchen in den Bereichen Telekomunikation, Sicherheitstechnik und Netzen. In zahlreichen Projekten entwickelte er gemeinsam mit Kunden neue Produktideen, sowie neue Absatz- und Vertriebswege und setzte diese auf Basis neu geschaffener, gesicherter Infrastrukturen nachhaltig um.